Wer einen erfolgreichen Blog betreiben möchte, kann meiner Meinung nach auf drei Dinge nicht verzichten! Das wäre erstens guter Content, zweitens Suchmaschinenoptimierung und drittens eine Analyse der Leistung seiner Website!

Fast allen Bloggern kommt sofort Google Analytics in den Sinn. Dies ist der von Google betriebene Analysedienst, welcher laut w3techs.com einen unglaublichen Marktanteil von 86,5 % besitzt. Statistisch gesehen nutzt mehr als jede zweite Website Google Analytics für Analysedienste.

Allerdings hat Google Analytics auch einen entscheidenden Nachteil. Der Dienst ist aus der Sicht des Datenschutzes mehr als nur umstritten! So entflammte vor ein paar Tagen erneut die Diskussion darüber, ob Google Analytics in Europa am Ende sei, da es seine Daten in die USA übermittelt und es nun in Österreich ein entsprechendes Gerichtsurteil gibt.

Plausible.io ist die perfekte Alternative

Was die Analyse auf diesem Blog betrifft, kann ich dich beruhigen. Ich nutze bereits seit über einem Jahr kein Google Analytics mehr und werde voraussichtlich auch nie wieder wechseln. Am Anfang sorgte Matomo noch für eine datenschutzfreundlichere Analyse. Nach nur wenigen Wochen wechselte ich zu dem WordPress-Plugin Statify, welches gar keine Besucher mehr analysiert, sondern nur Aufrufe zählt.

Allerdings möchte ich meinen Content und damit meinen Blog generell dauerhaft besser machen. Aus diesem Grund bin ich am 28.12.2021 zu Plausible gewechselt. Da ich die Ergebnisse und den Dienst jetzt mehrere Wochen benutzt und beobachtet habe, möchte ich ihn dir in diesem Beitrag vorstellen.

Plausible ist eine datenschutzfreundliche Alternative, die auf dem Open Source-Prinzip basiert. Das Skript ist weniger als 1 KB groß und beeinflusst damit die Performance der Website so gut wie gar nicht – ganz im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern! Google Analytics Skript ist stolze 45 Mal größer! Durch einen Wechsel von GA zu Plausible würdest du pro Jahr bei 10.000 monatlichen Besuchern also umgerechnet 4,5 kg CO₂-Emissionen sparen! Ebenfalls ist das Javascript-Snippet bereits im Dashboard standardmäßig mit dem Attribut defer ausgestattet.

Einer der größten Vorteile von Plausible gegenüber anderen Anbietern? Der Service setzt nicht auf Cookies! Dadurch gibt es keine Cross-Site-, Cross-Browser- oder Cross-Device-Identifikation oder Tracking. Selbstverständlich entfällt damit auch das Opt-in über den Cookie Banner!

Sämtliche Daten werden anonym auf den von Plausible innerhalb der EU gehosteten Servern gespeichert. Auch das ist ein klarer Vorteil gegenüber GA. Solltest du technisch versiert sein, kannst du Plausible auch lokal auf eigenen Servern hosten, wodurch du die dauerhafte Datenhoheit hast. Allerdings brauchst du dafür wirklich einen eigenen Server, weswegen man bei RAIDBOXES* und Co. nicht wirklich eine Wahl hat.

Gibt es bekannte Nutzer?

Ja, die gibt es durchaus. Auch wenn Plausible bislang nur einen sehr kleinen Anteil im Internet hat, nutzen schon relativ große Player diesen Dienst. So setzen unter anderem Nona, hide.me und elementaryOS auf die datenschutzfreundliche GA-Alternative.

Insgesamt nutzen laut eigenen Angaben fast 31.000 Webseiten Plausible. Seit der Einführung des Trackingdienstes wurden insgesamt 8,4 Milliarden Aufrufe aufgezeichnet. Eine stolze Zahl!

Sehr modernes Dashboard

Das Dashboard von Plausible ist sehr modern gehalten und meiner Meinung wesentlich besser, als alles was ich bislang gesehen habe. Man hat die Möglichkeit zwischen dem Light Mode und dem Dark Mode zu wechseln, wobei ich selbstverständlich klar der Fan dunkler Töne bin. Den Unterschied zwischen dem Light Mode und dem Dark Mode kannst du dir im nachfolgenden Vergleich gerne einmal detaillierter anschauen!

Die Auswahl der möglichen Statistiken ist gefühlt endlos. Da kommt ein Plugin wie Statify oder WP-Statistics bei weitem nicht mit. Es zählt für jede einzelne Seite die Besucher, die Seitenaufrufe, die Bounce Rate, wie lange ein Nutzer sich die Seite angeschaut hat, die Quellen, Entry Pages, Exit Pages, das Herkunftsland des Besuchers, sowie das Betriebssystem, der Browser und das Device des Nutzers.

Als wäre das noch nicht genug, hast du selbstverständlich die Möglichkeit nach UTM-Tags zu filtern und dank einer möglichen Integration der Google Search Console über Plausible kannst du dir auch die Suchbegriffe ausgeben lassen (siehe Bild 2 in der Galerie). Das ist für SEO natürlich sehr hilfreich, um Content zu optimieren.

Logischerweise kannst du dir all diese Daten nicht nur anzeigen lassen, sondern auch danach filtern! Über diese Filterfunktion habe ich zum Beispiel auch herausgefunden, welche Beiträge besonders von Smartphones und Tablets aufgerufen worden. Aus diesem Grund habe in bestimmten Beiträgen einige Optimierungen vorgenommen, damit die Seiten über mobile Geräte schneller laden, als die Desktop-Versionen.

Selbstverständlich gibt es auch einen umfangreichen Einstellungsbereich. So hast du normale Einstellungsmöglichkeiten wie Zeitzone und Name der Website, allerdings geht auch noch viel mehr.

Du kannst auch weitere Personen als Administratoren oder Viewer über einen Einladungslink hinzufügen. Gerade dies finde ich für Firmen extrem praktisch. Dadurch entfällt das sonst normale E-Mail und Passwort weitergeben.

Als Inhaber der Website hast du auch die Möglichkeit zum einen das Dashboard für alle zugänglich zu machen und zum anderen das Dashboard per iframe in deine Website einzubinden! Dabei kannst du sogar das Theme oder eine eigens ausgewählte Hintergrundfarbe bestimmen. Das ist dann aber eine sehr spezifische Nutzung von Plausible und wird in den wenigsten Situationen zum Einsatz kommen.

Zusätzlich kannst du Ziele anlegen, was ich aber nicht in Anspruch nehme. Die Reportfunktion ist übersichtlich gestaltet. Du kannst jede Woche oder jeden Monat jeweils am Montag oder am 1. des Monats einen E-Mail-Report verschicken und das sogar an so viele E-Mail-Adressen wie du möchtest!

Interessant ist dabei die „Traffic spike notification“. Darüber kannst du dich informieren lassen, wenn deine Website eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Besuchern aufweist. Dadurch würde dich Plausible im Prinzip bei einem DDOS-Angriff informieren. Die genaue Anzahl der zeitgleich maximal zugelassenen Besuchern kannst du selber bequem einstellen.

Self-Tracking ist einfach zu vermeiden!

Das größte Problem von Analyseprogrammen ist meistens neben dem Datenschutz das Self-Tracking. Ich habe zu dem Thema für Google Analytics bereits einen Beitrag verfasst. Dort ging das bequem über ein Add-on. Diesmal ist es zwar nicht ganz so einfach, aber von einer Mammutaufgabe kann auch keiner sprechen.

Auch bei diesem Thema haben Nutzer die Möglichkeit auf verschiedenen Wegen nach Rom zu kommen. Ich habe dies mit einem Filter über meinen Adblocker erledigt. Dazu musste ich einfach eine neue Filterregel anlegen und schon werden meine Besuche über diesen Browser von meiner Statistik ausgeschlossen.

||plausible.io^$script,domain=mauricewoitzyk.de
Filterregel über den Adblocker
Die Filterregel über die Einstellungen im Adblocker eingestellt

Was kostet der Spaß?

Es gibt ein berühmtes Zitat des österreichischen Rennfahrers Niki Lauda, welches meiner Meinung hier gut passt. Du kannst mir ja einmal verraten, ob du es kanntest und was du davon hältst.

Als Zwerg muss man das tun, was die Riesen nicht können.

Niki Lauda

Genau das hat Plausible meiner Meinung nach getan. Sie haben vielen großen Playern wie Google Analytics oder Matomo den Kampf angesagt und können meiner Meinung nach nicht nur mithalten, sondern übertreffen diese Anbieter auch.

Allerdings hat dies auch seinen Preis. So sind Google Analytics und Matomo kostenfrei und für Plausible muss man leider etwas Geld in die Hand nehmen. Allerdings ist der Service meiner Meinung nach auch sein Geld wert!

Plausible läuft über das Prinzip der monatlichen Seitenaufrufe, was bedauerlicherweise auch etwas schwierig ist. Die Bezahlung nach monatlichen Besuchern würde ich viel attraktiver und vernünftiger finden, da Seitenaufrufe dann doch schneller mal voll sind.

SeitenaufrufePreis
10.0009,00 EUR pro Monat
100.00019,00 EUR pro Monat
200.00029,00 EUR pro Monat
500.00049,00 EUR pro Monat
1.000.00069,00 EUR pro Monat
2.000.00089,00 EUR pro Monat
5.000.000129,00 EUR pro Monat
10.000.000169,00 EUR pro Monat
Preise pro Monat bei monatlicher Bezahlung. Bei einer jährlichen Bezahlung bekommt man zwei Monate kostenfrei.

Das Gute zuerst. In den Preisen eingerechnet ist nicht nur eine Website, sondern starke 50 Webseiten! Du kannst Plausible also auf 50 verschiedenen Webseiten nutzen.

Jetzt kommen wir aber zu dem Thema, weswegen mir das Preismodell dann doch etwas missfällt. Seit dem 01.01.2022 hatte ich zu dem Zeitpunkt dieses Absatzes 3.952 verschiedene Besucher, die insgesamt 8.006 Seitenaufrufe „produziert“ haben.

Es sind allerdings noch 8 Tage bis zum Monatsende und wenn ich noch zweitausend weitere Seitenaufrufe bekomme, muss ich 19,00 EUR pro Monat anstatt 9,00 EUR pro Monat bezahlen. Das ist eine nicht gerade kleine Steigerung um 103 %.

Wenn man sich dann einmal überlegt, dass ich ja keinen Onlineshop oder etwas Ähnliches vertreibe, mit dem ich sehr viel Geld verdiene, ist das schon eine ziemliche Investition. Selbst 9,00 EUR pro Monat zu bezahlen ist für viele zumindest für eine reine Analyse nicht machbar.

Aus diesem Grund werde ich das weiterhin beobachten. Sobald meine Besucherzahlen weiterhin einen so rasanten Wachstum hinlegen, werde ich mir wohl oder übel einen anderen Dienst suchen müssen. Zusätzlich zum Hosting wären das 39,00 EUR pro Monat für diesen Blog, zusätzlich zu ca. 50 bis 80 Euro einmalig für mehrere Plugins pro Jahr.

Aber auch hier gibt es etwas Gutes. Plausible bietet jedem Interessenten einen 30 tätigen Testzeitraum an. Erst danach muss man sein Konto hochstufen. Bei mir läuft dieser Testzeitraum noch vier Tage, also mal schauen wie ich mich entscheide.

Fazit

Kommen wir zu meinem Fazit. Meiner Meinung nach ist Plausible gerade das Beste vom Besten. Man bekommt eine sehr leistungsstarke Analysesoftware für 50 Webseiten, mit einem äußerst modernen und aufgeräumten Dashboard, nützlichen Reportingtools und anderen Features.

Leider hätte man meiner Meinung nach das Preismodell besser umsetzen können. So sind 10.000 Aufrufe pro Monat doch schnell erreicht, wobei man mal schnell eine Preissteigerung von 103 % in Kauf nehmen muss. Eine Rechnung pro Besucher hätte mir hier mehr gefallen und wäre für viele sicherlich bezahlbarer.

Im Endeffekt muss aber jeder selber wissen, ob er so viel Geld für die Analyse seiner Website ausgeben möchte. Verdient hat es der Dienst allemal. Im Voraus kannst du dir auch gerne die offizielle Demo des Dienstes anschauen. Ich hoffe, dass dir dieser Beitrag gefallen hat und bis zum nächsten Mal – dein Maurice.

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